Und die Moral von der Geschichte – über Amélie Nothombs neues Buch „Töte mich“

Bereits 2015 bei Éditions Albin Michel, Paris, unter dem Titel „Le crime du comte Neville“ erschienen, ist Amélie Nothombs nunmehr vierundzwanzigstes Buch nach langem Warten endlich auch auf Deutsch zu haben. Und das Warten hat sich mehr als gelohnt. Wie so häufig bei Nothomb ist es eine kleine Geschichte, mehr Märchen, denn Roman. Ein kleines Kunstwerk, Krimigroteske und pointierte Gesellschaftskomödie in einem. Ein kluges Büchlein, voller Spitzfindigkeiten, schwarzem Humor, beißenden Dialogen. Jedes Wort ist hier am richtigen Platz, jede Pointe passt. Weiterlesen

Eine Salomé ihrer Zeit auf der Suche nach der wahren Lebensfreude

107-1

Ihre Intelligenz wurde ihr zum Verhängnis, ihre Beziehungen zu Männern zur Gefahr, ihre Amoralität und ihr Wissen um die weibliche Verführungskunst zur Waffe gegen sie, dabei bestand ihr einziges Verbrechen darin frei und unabhängig zu sein.

Die Rede ist von Mata Hari, was so viel bedeutet wie „Auge des Tages“. Sie war eine exotische Nackttänzerin, exzentrische Künstlerin, Geliebte zahlreicher einflussreicher Männer und mutmaßliche Doppelagentin. Am 25. Juli 1917 wurde sie wegen Hochverrats von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt.

Mata Haris abenteuerliches Leben und ihr tragisches Ende stehen bis heute im Mittelpunkt zahlreicher Romane und Filme. 2017 jährt sich ihr Todestag zum 100-sten Male.

Mit „Die Spionin“ hat Paolo Coelho dieser geheimnisumwobenen Frau ein weiteres literarisches Denkmal gesetzt. Weiterlesen

MESSEGESCHICHTEN

Von Menschen, Büchern, Bücherfreunden und dem Abenteuer Deutsche Bundesbahn.

Gute Planung ist die halbe Miete

So dachte ich zumindest bisher immer auf Reisen. Und so machte ich mich gut vorbereitet auf den Weg zur Frankfurter Buchmesse. Das Hotelzimmer war schon lange im Voraus gebucht, die Pressekarte bestellt, die jeweiligen Termine vereinbart, die Visitenkarten lagen bereit. Doch mit was ich nicht rechnete war mit unserer lieben Deutschen Bundesbahn. Bei der Buchung dachte ich mir noch, gut etwas mehr als eine Stunde Puffer bis zum ersten Termin dürften auf jeden Fall reichen, um pünktlich am Vereinbarten Ort einzutreffen. Doch weit gefehlt. Bereits der erste Zug hatte 10 Minuten Verspätung, den Anschlusszug konnte ich nur noch von hinten betrachten und weit und breit kein Mensch von der DB in greifbarer Nähe. Dank Handy und Bahnanzeige, fand ich dann glücklich einen Ersatzzug, der laut Fahrplan 40 Minuten später als geplant in Frankfurt ankommen sollte. Alles noch im grünen Bereich also. Doch weit gefehlt keine halbe Stunde später die frustrierende Durchsage: „Der Zug hat aufgrund von Problemen mit einem Haltesignal eine Verspätung von ca. 16 Minuten.“ Danke für das Gespräch, den Termin mit den Schweizer Verlagen würde ich wohl nicht mehr pünktlich erreichen und die Dame mit dem lauwarmen Zwiebelkuchen im Abteil trug ihr Übriges zu meiner Stimmung bei. Abgehetzt, mit gut einer halben Stunde Verspätung und immer noch diesen penetranten Zwiebelgeschmack in der Nase, kam ich dann bei meinem Termin an. Hätte ich dort nicht so nette Menschen getroffen, ich glaube ich hätte sofort wieder die Heimreise angetreten. Gott sei Dank habe ich dies nicht getan, denn sonst hätte ich einiges verpasst.

anreisecollage1

Wie man auf dem zweiten Bild erkennen kann macht die DB jetzt auch Zeitreisen…

Weiterlesen

Flaschenpost 1/16: Heute ist Indiebookday

Am 26. März 2016 ist Indiebookday!

Indiebookday

Doch was ist der Indiebookday überhaupt?

Ihr liebt schöne Bücher? Warum dann nicht auch einmal gezielt zu einem Buch eines kleinen, unabhängigen Verlags greifen?

Es gibt so viele kleine wundervolle Verlage, die mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail wunderschöne Bücher produzieren. Aber nicht immer finden diese Bücher so leicht ihren Weg zu den Lesern, wie die Bücher von großen Verlagen. Meist fällt der Blick der Leser zunächst auf die Werke der Branchenriesen, auf Bücher die durch eine gigantische Marketingmaschinerie gehypt werden. Bücher, denen wir überall, sei es in Zeitschriften, Internetforen, Fernsehen und (ja auch) Blogs begegnen. Doch oftmals lohnt sich auch ein zweiter Blick, auf Bücher bzw. Verlage, die gerade nicht in aller Munde sind. Weiterlesen