Achtung Sommerbuchtipp!

„Librarte“ darf nicht sterben! ©ThieleVerlag

„Librarte“ darf nicht sterben! ©ThieleVerlag

Der Sommeranfang ist am 21. Juni 2016. Astronomisch beginnt der Sommer mit der Sommersonnenwende: dem Zeitpunkt, zu dem die Sonne senkrecht über dem Wendekreis steht und die Tage am längsten sind. Auf der Nordhalbkugel geschieht dies am 21. Juni. Auch wenn das Wetter wie so oft nicht viel davon zu bemerken scheint, so sollte doch zumindest in meinem Bücherregal der Sommer einziehen. Was liegt da näher, als ein sommerlicher Roman. Magisch angezogen vom wunderschön fröhlichen Cover von „Die schönste Art, sein Herz zu verlieren“ lag in dieser Stimmung der Griff zu diesem Buch natürlich nahe. Bunte Blätter und Blüten laden geradezu zum Verweilen ein, also nichts wie das Buch gekauft, eingepackt und ab auf die Couch. Weiterlesen

„Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.“

©Nagel&Kimche Verlag

©Nagel&Kimche Verlag

So wusste schon John Wayne. Und welches Zitat könnte besser passen zu einem Buch, das wie eine moderne Western-Verfilmung der Coen-Brüder anmutet. Ein bisschen „True Grit“ in der Jetztzeit. Ein Buch, in dem wir auf harte Männer treffen, wie man sie sonst heutzutage nur noch in DMAX findet, oder wenn man dem Autor glauben darf in Vermont, New England. Denn hier spielt unser Roman, in einem kleinen verschlafenen Ort, einem kleinen Nest namens Dead River, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und man nicht tot über dem Zaum hängen möchte. Ein Ort, an dem man das Gesetz noch selbst in die Hand nimmt, Männer noch Männer sind, Fremde neugierig beäugt werden und man noch immer als Fremd gilt,  auch wenn man schon in der dritten Generation dort lebt. Ein Ort, an der Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis. Selbst die Drossel ist hier Einsiedler… Weiterlesen

Ein wundervolles, kluges Essay und zugleich eine literarische Liebeserklärung an den lokalen Buchhandel!

©Atlantik-Verlag

©Atlantik-Verlag

 

Zugegeben, ganz so schlecht wie in den USA ergeht es unserem Buchhandel in Deutschland noch nicht. Dies mag an der fehlenden Buchpreisbindung in den Staaten liegen, die es Amazon und Co. erlauben, mit Dumpingpreisen den stationären Buchhandel unter Druck zu setzten. Aber auch hierzulande sind die Umsatzzahlen eher rückläufig. Vor allen Dingen die kleinen, unabhängigen Buchläden tun sich schwer.

So erging es auch den unabhängigen Buchläden in Nashville, der Heimatstadt der bekannten US-amerikanischen Schriftstellerin Ann Patchett und genau hier beginnt ihre Geschichte.

©Atlantik-Verlag „Aus Liebe zum Buch“ Ann Patchett

©Atlantik-Verlag „Aus Liebe zum Buch“ Ann Patchett

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Wenn‘s auch einmal etwas skurriler sein darf….

©Blumenbar - Imprint des Berliner Aufbau-Verlags

©Blumenbar – Imprint des Berliner Aufbau-Verlags

Ein junger Zukunftsforscher, Ariel Panik, auf dem Weg von Boston nach Amsterdam. Dort wartet nicht nur ein Kongress über künstliche Intelligenz auf ihn, sondern auch seine Studentin und Geliebte Zeva. Beide freuen sich auf ein Wochenende voller Liebe, Abenteuer und Erwartungen. Doch dann geht etwas schief und während Zeva ungeduldig auf Ariel in Amsterdam wartet, landet dieser unverhofft in einer stürmisch, nebligen Nacht im Küstenhotel „The Cliffs“ – einem Ort, einsam und abgeschnitten von der Außenwelt. Schnell merkt Ariel, mit dem Hotel und seinen skurrilen Gästen stimmt etwas ganz und gar nicht.

„Du musst nicht verrückt sein, um hier zu arbeiten, aber es hilft.“ (S. 25)

Eine abenteuerliche Schauergeschichte. Zunächst verwirrend, dann erhellend, aber auf jeden Fall unterhaltsam zu lesen. Eine Geschichte, nicht unspannend, bei der am Ende keine Fragen mehr offen bleiben. Wäre das Buch ein Wein, so könnte man es am besten wohl so beschreiben: Interessante Nase, zunächst etwas verwirrend am Gaumen, überraschender Höhepunkt und kurz aber rund im Abgang. Weiterlesen

Kreuzfahrt von Mireille Zindel

"Kreuzfahrt" von Mireille Zindel

„Kreuzfahrt“ von Mireille Zindel

Mireille Zindels neuestes Buch ist eine Geschichte über das Leben, die Liebe und das Spiel mit den Möglichkeiten, die diese beiden Themen bieten.

Ein Buch, das auf eindrucksvolle Art und Weise aufzeigt, dass man auch in der Zweisamkeit durchaus einsam sein kann, der Preis einer neuen Liebe hoch ist und dauerhafte Liebe nicht nur Vergnügen, sondern auch harte immerwährende Arbeit bedeutet. Weiterlesen

Flaschenpost 1/16: Heute ist Indiebookday

Am 26. März 2016 ist Indiebookday!

Indiebookday

Doch was ist der Indiebookday überhaupt?

Ihr liebt schöne Bücher? Warum dann nicht auch einmal gezielt zu einem Buch eines kleinen, unabhängigen Verlags greifen?

Es gibt so viele kleine wundervolle Verlage, die mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail wunderschöne Bücher produzieren. Aber nicht immer finden diese Bücher so leicht ihren Weg zu den Lesern, wie die Bücher von großen Verlagen. Meist fällt der Blick der Leser zunächst auf die Werke der Branchenriesen, auf Bücher die durch eine gigantische Marketingmaschinerie gehypt werden. Bücher, denen wir überall, sei es in Zeitschriften, Internetforen, Fernsehen und (ja auch) Blogs begegnen. Doch oftmals lohnt sich auch ein zweiter Blick, auf Bücher bzw. Verlage, die gerade nicht in aller Munde sind. Weiterlesen

Buchtipp zu Ostern – Ein faszinierendes Schauermärchen

©Diogenes Verlag

©Diogenes Verlag

Das Märchen von „Blaubart“ hat seit jeher die Fantasie der Menschen beflügelt. Die Geschichte vom reichen, aber unansehnlichen Edelmann mit dem blauen Bart, der auf der Suche nach einer neuen Frau ist, da seine bisherigen Ehefrauen alle auf rätselhafte Weise schnell nacheinander verstorben und verschwunden sind hat schon immer die Gemüter erregt und fasziniert. Es ist wohl die drohende Gefahr, dieser unterschwellige Grusel, die leichte Gänsehaut, die diesem Märchen aus dem 17.Jahrhundert eine solche Sogwirkung verleihen.

So wundert es auch nicht, dass sich schon zahlreiche Künstler von dem Motiv des Blaubarts haben inspirieren lassen, zuletzt die belgisch stämmige Autorin Amélie Nothomb, die in ihrer französischen Wahlheimat bereits Kultstatus besitzt. Ihre Blaubartadaption unterscheidet sich jedoch in so manchem Punkt von der klassischen Vorlage. Weiterlesen

Hier wird scharf geschossen, mit Worten, nicht mit Waffen!

©Hanser Literaturverlag

©Hanser Literaturverlag

„Kommt ein Pferd in die Bar“ aus der Feder des israelischen Schriftstellers David Grossmann versteht auf seine ganz eigene Weise zu faszinieren. David Grossmann ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Israels. Seine Romane drehen sich immer um die tief verwundete jüdische Seele, das Leben in Israel, das Schicksal eines ganzen Volkes. In seinem jüngst erschienenen Roman geht es um eine ganz bestimmte Seele, die des Stand-up-Comedian Dovele Grinstein.

Wir schreiben den 20. August, es ist der Tag von Doveles 57. Geburtstag. 240 Schekel haben die Zuschauer für eine Karte bezahlt, dafür erwarten sie etwas, wollen zum Lachen gebracht werden.

„Einen wun-der-ba-ren Guten Abend, Gu-uten A-abend Caesaree-aa, hier in diesem herrr-lichen Musentempel.“   (S. 7)

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